Inkassounternehmen - Was dürfen sie?

Inkassounternehmen üben häufig hohen Druck auf den Schuldner aus, ihre Arbeitsweise ist für den Schuldner oft undurchsichtig und verwirrend. Wenn Post von einem Inkassobüro kommt, weiß jeder sofort, dass einer Geld will.  Im Brief muss angegeben sein, welcher Gläubiger wegen welcher Forderung das Inkassobüro beauftragt hat. Es kommt jedoch vor, dass diese Angabe fehlt, hier sollte entsprechend nachgefragt und ein neues nachvollziebares Schreiben angefordert werden. 

 

Wenn man aber den Brief öffnet und liest: Unternehmen XY ... hat die Forderung an uns, Inkassobüro "Muster" abgetreten, fängt die Verwirrung an. Das heißt nichts anderes, als der ursprüngliche Forderungsinhaber XY seine bestehende Forderung gegen Sie an das Inkassobüro "Muster"  quasi verkauft hat und Sie nun keine Schulden mehr bei XY haben, sondern beim Inkassobüro Muster. Die Forderungssumme, die ist auch gleich viel höher, weil das Inkassobüro als Erstes eine saftige Gebühr dazu gekommen ist.

 

Bevor Sie Post von einem Inkassobüro bekommen, erhalten Sie zunächst erst einmal eine Mahnung vom Gläubiger. Wenn Sie die Forderung des Unternehmens längere Zeit nicht begleichen können, wird ein Inkassobüro mit der Beitreibung der Forderung beauftragt. Zuerst möchte das Inkassounternehmen sich "gütlich mit Ihnen einigen" und bietet Ihnen eine Ratenzahlung an.  Dabei wird meist nicht danach gefragt, was Ihnen möglich ist, es wird häufig ein Betrag vorgegeben. Für diese Mahnung mit Zahlungsangebot wird Ihnen eine kräftige Inkassogebühr belastet. Wenn Sie sich auf dieses Angebot einlassen, kommt es oftmals vor, dass Sie danach wieder angeschrieben werden, weil das Inkassounternehmen noch wissen möchte, wo Sie arbeiten und bei welcher Bank sie Ihr Konto haben.  Diese Auskunft sollten Sie auf keinen Fall geben. Wenn Sie einige Zeit bezahlt haben und wissen möchten, wie viel jetzt genau noch offen ist, kann es passieren, "dass Ihnen bei der Antwort der Hörer aus der Hand fällt". Insbesondere wenn sie kleine Raten vereinbart haben, kommt es häufig vor, dass sich die Forderung noch kein Stück reduziert hat, obwohl Sie seit Monaten sich mühsam die Rate herausquetschen und pünktlich bezahlen. Sie haben bis jetzt nur Kosten (für dieses und jenes) und Zinsen auf die Hauptforderung gezahlt und natürlich die Kosten für das Inkassounternehmen. Im Zusammenhang mit einem Ratenzahlungsangebot versuchen Inkassounternehmen häufig auch, Ihnen ein Schuldanerkenntnis unterzujubeln, das Sie mit unterschreiben sollen.  Davon ist abzuraten.  (siehe Punkt "Schuldanerkenntnis" )

 

Hausbesuche durch Inkasso-Mitarbeiter

Einige der großen Inkassounternehmen lassen durch Ihren Außendienst Hausbesuche durchführen. Das hat den psychologischen Effekt,  dass sich Menschen unter Druck gesetzt fühlen und manchmal auch Ratenzahlungsangebote unterschreiben, obwohl sie es sich gar nicht leisten können, nur um diesen unangenehmen Besucher loszuwerden.  Auch werden von den Inkassounternehmen bei den Hausbesuchen Teilzahlungsangebote oder Angebote für Kleinstratenzahlungen unterbreitet. Das klingt zuerst einmal gut. Aber wenn Sie gerade so über die Runden kommen und mehr als die eine Forderung haben, wie wollen Sie denn noch einen und noch einen bezahlen? Viele Kleinstraten summieren sich zu einer großen Belastung, die Folge ist, dass Sie anfangen zu "jonglieren" und zwar "mit immer mehr Bällen" und versuchen mal dies und beim nächsten mal das bezahlen, während Sie bei jeweils anderen in Rückstand geraten und erneut verfolgt werden. Ein Kreislauf ohne Ende.

 

Grundsätzlich haben sie in jeder Verhandlung mit dem Inkassounternehmen das Recht zu bestimmen, wie die monatliche Rate verrechnet werden soll. Sie können also festlegen, dass  aus der monatlichen Rate zuerst die Hauptforderung beglichen werden soll. Die sollte eine schriftliche und damit nachweisbare Willenserklärung  sein.  Auf die Hauptforderung fallen nämlich anders als auf den Kostenbestandteil Zinsen an und diese kommen auf die Gesamtforderung wieder oben drauf. So dauert es natürlich länger Sie Ihre Schulden beglichen haben. Durch die Zinsen, die jeden Monat dazu kommen, müssen Sie insgesamt mehr zurückzahlen, als wenn zuerst die Hauptforderung getilgt wird.

 

De facto gilt: Sie sind NICHT verpflichtet, Inkasso-Mitarbeiter in Ihre Wohnung zu lassen oder Auskünfte zu geben.

 

Telefonanrufe von Inkassomitarbeiter

Es kommt auch vor, dass Inkassodienste Sie anrufen, teilweise auch zu Unzeiten oder am Wochenende. An dieser Stelle ist es von Vorteil, wenn Sie bereits von einer Schuldnerberatung und/oder einem Anwalt vertreten werden. Weisen Sie ausdrücklich darauf hin, wer Sie in der Angelegenheit vertritt und stellen Sie klar, dass das Inkasso sich an Ihren Rechtsvertreter zu wenden hat! Dann hören die Anrufe in aller Regel auf.   Zur Not können Sie einfach auflegen.                                  

 

Sobald Sie von Inkassobüros verfolgt werden, ist es höchste Zeit, eine Schuldnerberatung zu Rate zu ziehen.

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© www.kanzlei-heller-rotter.de letzte Aktualisierung: 28.09.2016