Welche Schritte können Gläubiger unternehmen?

Was können Gläubiger grundsätzlich gegen ihre Schuldner unternehmen?

Wenn ein Kunde nicht bezahlt, wird jeder Gläubiger zunächst eine Zahlungserinnerung oder gegebenenfalls gleich die erste Mahnung schicken. In der Regel fallen hier noch keine Mahngebühren an.

Sobald Sie mit einer Zahlung in Verzug geraten, hat aber jeder Gläubiger das RechtVerzugszinsen zu verlangen.

In der Regel verschickt ein Gläubiger bis zu 3 Mahnungen, sollte bis zur letzten Zahlungsfrist keine Zahlung erfolgt sein, nehmen die meisten Gläubiger fremde Hilfe, meist Inkassobüros oder Rechtsanwälte in Anspruch.

Die Kosten, die für die Beauftragung von Inkassounternehmen oder Rechtsanwältenentstehen, werden Ihnen in Rechnung gestellt. Dies ist aber nicht immer korrekt und kann im Einzelfall geprüft werden.

Wichtig! Informieren Sie den Gläubiger möglichst frühzeitig, noch vor der Beauftragung des Inkassounternehmens, über Ihre Zahlungsunfähigkeit oder beanstanden Sie die Forderung, falls Sie diese nicht für gerechtfertigt halten, dann ist es sinnlos für den Gläubiger ein Inkassounternehmen oder Rechtsanwalt mit der Eintreibung der Schulden zu beauftragen. Der Gläubiger ist gesetzlich verpflichtet, die Kosten für die Beitreibung der Schulden, so gering wie möglich zu halten (Schadensminderungspflicht).

Selbsterklärend muss Ihre Zahlungsunfähigkeit natürlich auch den Tatsachen entsprechen. Zu beachten hierbei ist, dass Sie auch in der Lage sein sollten nachzuweisen, dass Sie den Gläubiger über Ihre Zahlungsunfähigkeit informiert haben. Auf alle Fälle sollte das schriftlich erfolgen, am besten per Fax oder Einschreiben.

Oft versuchen Inkassounternehmen von Ihnen (teilweise versteckt in

Kleinstratenangeboten z.B. 10 EUR) ein schriftliches Schuldanerkenntnis zu bekommen. Hier ist Vorsicht angebracht!

 

Jeder Gläubiger auch die Möglichkeit Vollstreckungsmaßnahmen einzuleiten und mittels Mahn- und Vollstreckungsbescheid einen gerichtlichen Titel erwirken. Damit kann der Gläubiger einen Gerichtsvollzieher beauftragen, Kontopfändungen oder Lohn-und Gehaltspfändungen veranlassen. Häufig wurde schon bei einem Vertragsabschluss, z.B. bei der Aufnahme eines Kredits, eine Lohnabtretung unterschrieben. Eine Offenlegung der Lohnabtretung gegenüber dem Drittschuldner, also Ihrem Arbeitgeber kann in den meisten

Fällen verhindert werden, wenn der Gläubiger über Ihre Situation informiert ist und durch Einschaltung einer professionellen Schuldnerberatung signalisiert bekommt, dass der Schuldner sich ernsthaft mit seiner Lage auseinander setzt und Hilfe in Anspruch nimmt, um ein vernünftiges Regulierungsangebot vorzulegen.

Wird der Gerichtsvollzieher beauftragt, ist oft die Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung damit verbunden. Aber auch hier aufpassen, auch ein Gerichtsvollzieher darf nicht alles.

 

 

Wenn Sie eine Forderung bezahlt haben? Worauf sollten Sie achten?

Sie sollten die entsprechenden Zahlungsnachweise aufbewahren , z.B. Kontoauszüge, Quittungen, damit der Gläubiger später nicht ein zweites Mal die gleiche Forderung gegen Sie geltend machen und eintreiben lassen kann.

Wenn Sie eine titulierte Forderung bezahlen, d.h. gibt es einen Vollstreckungsbescheid oder ein Urteil, lassen Sie sich nach vollständiger Bezahlung den Titel (also die vollstreckbare Urkunde) entwertet zusammen mit einer Quittung über die Bezahlung aushändigen. Für jeden vollstreckbaren Titel wird in Deutschland genau EINE vollstreckbare Ausfertigung an den Gläubiger ausgehändigt. Damit kann dieser einen Gerichtsvollzieher mit der Zwangsvollstreckung beauftragen.

Eine einzige Ausfertigung aus dem Grund, dass die ein und dieselbe Forderung nicht mehrfach eingetrieben werden kann.

Ist die Forderung beglichen, hat der Schuldner das Recht auf Entwertung dieses

vollstreckbaren Titels und Herausgabe an ihn. Bewahren Sie die entwertete Urkunde in Ihren Unterlagen auf.

Nicht immer verbleibt die Forderung bei dem ursprünglichen Gläubiger. Vielleicht hat sich schon einmal ein Inkassounternehmen bei Ihnen meldet und Sie informiert, dass die Forderung vom ursprünglichen Gläubiger an das Inkassounternehmen abgetreten oder verkauft wurde. Verlangen Sie in dem Fall, dass Sie den Abtretungsvertrag in Kopie zugeschickt bekommen oder ein entsprechendes Bestätigungsschreiben des ursprünglichen Gläubigers erhalten, mit dem dieser Ihnen die Abtretung anzeigt.

Dieses Vorgehen hat einen konkreten Grund:

Häufig werden in solchen Fällen nämlich nur Unterlagen bis zum Zeitpunkt der Abtretung / Verkauf an den neuen Forderungsinhaber weitergeleitet. Wenn Sie nun ausgerechnet in dieser Zeit noch Zahlungen an den alten, also ursprünglichen Gläubiger leisten, wird dies dem neuen Forderungsinhaber nicht unbedingt auch mitgeteilt. Und schon haben Sie ein Problem mehr: Sie müssen nämlich nachweisen, dass Sie bezahlt haben.

Noch komplizierter wird dieses Unterfangen, wenn der Gläubiger zum Beispiel von einem anderen Unternehmen aufgekauft wird, also in die Hand eines neuen Eigentümers übergeht. Dann kann es nämlich zum Beispiel passieren, dass Unterlagen nicht mehr aufzufinden sind. Sie sollten sich niemals darauf verlassen, dass der Gläubiger und auch der spätere Gläubiger, dem die Forderung abgetreten wurde, alle Ihre Zahlungen korrekt verbucht, es kann immer zu Fehlern kommen und im Notfall bleibt die Vorlage eines Nachweises an Ihnen hängen. Der Gläubiger kann allein mit den Vertragsunterlagen das Zustandekommen des Vertrages nachweisen. Damit hat er seinen Teil erfüllt und kann gerichtlich gegen Sie vorgehen und den gesamten Anspruch aus dem Vertrag geltend machen. Den Nachweis darüber, wann und wie viel der Forderung Sie schon an den Gläubiger bezahlt haben und dass diese Zahlungen auch den Gläubiger erreicht haben, müssen im Ernstfall Sie erbringen.

 

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